Bellwald Architekten AG
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Neubau Alterszentrum Maienfeld

Die bestehende Anlage soll durch einen Neubau an einem anderen Standort in Maienfeld ersetzt werden. Der Neubau umfasst ein Alters- und Pflegeheim für die langfristige stationäre Betreuung und Pflege von 47 Betagten und einer Aussenraumgestaltung für ältere und demenziell erkrankte Personen.

Projektstand: Wettbewerb

Auftraggeber: Stiftung Alterszentrum Bündner Herrschaft

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Konzeptidee

Einordnung und Projektidee
Der Neubau „Alterszentrum Bündner Herrschaft“ gliedert sich in drei autonome Baukörper, die durch einen transparenten Zwischenbau miteinander verbunden werden. Der Neubau hebt sich bewusst von der direkten nachbarschaftlichen Formensprache ab und lehnt sich durch die Längsvolumen mit geneigtem Dach an die ursprüngliche herrschaftliche Gebäudetypologie an.
Durch die Zweigeschossigkeit und die Modelierung der Baukörper bindet sich der Neubau in die umfliessende Landschaft ein und reagiert auf die bestehende unterschiedliche Körnigkeit der Nachbarschaftsvolumen.
Durch die lockere Volumenanordnung und die Sichtbezüge zur parkartigen Umgebung entstehen zahlreiche unterschiedliche Aussenräume. Die Wohn-, Aufenthalts-, Erschliessungs- und Nischenbereiche sind bewusst differenziert und im Dialog mit der Umgebung gestaltet.
Mit einer allseitigen Orientierung, den Innen- und Aussenraumbeziehungen und den unterschiedlichen Raumstrukturen soll ein zeitgemässes Gebäude mit einer hohen Wohnqualität entstehen.

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Nutzung und Betrieb

Die vier Wohngruppen, inkl. Dementenstation, sind in den beiden südlichen Baukörpern untergebracht und werden durch das offene Foyer und den angrenzenden Gruppenräumen zusammengehalten. Je nach Nutzung können die einzelnen Wohngruppen zum Gruppen- und Foyerbereich offen oder geschlossen genutzt werden.
Die Zimmer sind jeweils dreiseitig um einen Infrastrukturkern angeordnet und spielen so für den Erschliessungsbereich einen Rundlauf mit Sitz- und Rückzugsnischen frei.
Die Dementenstation und die Wohngruppe, welche zu einer solchen umgenutzt werden kann, befinden sich auf Erdeschossniveau und haben die Möglichkeit direkt in den abgeschlossenen Garten zu gelangen.
Die Erweiterung um eine Wohngruppe kann durch Aufstockung eines Baukörpers erfolgen.
Das gläserne Foyer gilt als Herz der Anlage und verbindet die Wohngruppen mit dem nördlichen Gemeinschafts- und Verwaltungsbaukörper.
Der Mehrzweckraum, der Gemeinschaftsraum, das Foyer und ie Gruppenräume sind flexibel nutzbar, und können je nach Bedarf, auf für Tagesstrukturen, einzeln oder zusammen genutzt werden.

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Freiraum- und Erschliessung

Das Freiraumkonzept besteht einerseits aus einer grosszügigen begehbaren Fläche entlang der Baukörper, welche die kantige Gebäudevolumentrie aufnimmt und andererseits durch die Auflösung dieser Struktur mittels theamtischen und erlebnisreichen Rundwegen und organische Formen im Garten- und Parkbereich.
Die differenzierten Aussenräume erlauben eine vielseitige Nutzung. Die geschützten, grosszügigen Innenhöfe oder gedeckte Terrassen laden ein zum Verweilen, Essen, Beisammensein, Spielen und Arbeiten.
Die Aussenräume am Gebäude ermöglichen den mobileren Bewohner direkt nach draussen zu gehen.
Der Demenzgarten wird mit „Maienfeldermauern“ oder mittels Zaun und Hecken eingefriedet. Die grosszügigen rollstuhlgängigen Wege sind als Rundläufe ohne Sackgasse angelegt. Diverse Sitzgelegenheiten, teilweise beschattet, laden zum Verweilen ein. Die gesicherte Terrasse am Bach und die Sonderwege, welche die unterschiedlichen Sinne ansprechen sollen, machen den Spaziergang erlebnisreich.
Die gebietstypischen Obstbäume werden von einer farbigen Blumenwiese umgeben. Die Stauden und Sträucher sind ungiftig, farbig und duftend und die Beeren und Kräuter essbar.
Die Parkierung ist oberirdisch und teilweise gedeckt angeordnet. Die geschwungene Linie im Parkplatzbereich bricht die strenge Ordnung und nimmt das organische Thema des Gartenbereiches auf.
Durch die mehrseitige Orientierung der Gemeinschaftsbereiche entstehen auch im nördlichen Aussenbereich Terrassen mit Sitzgelegenheiten, Spielbereiche mit Sitzstufen oder ein Tiergehege mit Ziegen.